Höxter plant Bettensteuer: IHK und Branche laufen Sturm

Die Stadt Höxter will eine Bettensteuer einführen. Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung hat die Stadtverwaltung beauftragt, ein konkretes Konzept auszuarbeiten. Angedacht sind drei Euro pro Person und Übernachtung. Der Widerstand ist erheblich.
Ausschuss ebnet den Weg für neue Abgabe
Seit Dezember 2025 prüft die Stadt Höxter die sogenannte Beherbergungssteuer, auch unter den Begriffen Citytax oder Bettensteuer bekannt. Die Abgabe gilt für alle entgeltlichen Übernachtungen. Mit dem Beschluss des Wirtschaftsförderungsausschusses im März 2026 wurden die Pläne konkreter. Die Verwaltung soll nun ein ausgearbeitetes Konzept vorlegen.
Ziel ist es, den städtischen Haushalt zu entlasten. Höxter ist wie alle zehn Städte im Kreis Höxter eine kreisangehörige Kommune und steht unter finanziellem Druck. Die Bettensteuer soll zusätzliche Einnahmen sichern.
Widerstand aus Wirtschaft und Tourismus
Die Industrie- und Handelskammer hat klar gegen die Pläne protestiert. Auch Vertreter der Werbegemeinschaft und der Hotelbranche lehnen sie ab. Claudia Auinger von der IHK, Jürgen Knabe von der Werbegemeinschaft sowie Gesine Kramer, Katrin Bardenhagen und Jens Klingemann haben sich gemeinsam positioniert. Sie befürchten Nachteile für den Tourismusstandort Höxter.
Bereits ein Reiseveranstalter hat konkrete Konsequenzen gezogen und geplante Reisen nach Höxter abgesagt. Als Grund nannte er die drohende Zusatzbelastung durch die neue Steuer.
Drei Euro pro Nacht
Drei Euro pro Person und Übernachtung wirken auf den ersten Blick wenig. Für Gruppen oder Tagungsreisende summiert sich der Betrag jedoch schnell. Veranstalter kalkulieren ihre Angebote langfristig, und schon die Ankündigung einer solchen Steuer kann Buchungen abschrecken.
Kritiker argumentieren, der Tourismus im Kreis Höxter sei noch im Aufbau; eine Bettensteuer könne diesen Prozess bremsen. Befürworter halten dagegen, dass andere Städte die Abgabe ebenfalls erheben, ohne nennenswerte Einbußen.
Annentag in Brakel: Tradition mit neuen Akzenten
Aus dem Kreis Höxter gibt es auch Festliches zu berichten. In Brakel fand der traditionelle Annentag statt. Das Fest hat eine lange Geschichte und zieht jedes Jahr viele Besucher in die Stadt.
In diesem Jahr gab es zwei Besonderheiten: eine Marktmeister-Premiere und eine Weltneuheit, über die die Besucher staunten. Auch schlechtes Wetter hielt die Gläubigen nicht zurück. Die Annentagsprozession fand trotz Regen statt.
Brakel und der Annentag
Der Annentag gehört zu den bekanntesten Volksfesten im Kreis Höxter. Er verbindet religiöse Tradition mit regionalem Brauchtum. Die Neuerungen in diesem Jahr zeigen, dass sich das Fest weiterentwickelt, während es in seiner Geschichte verwurzelt bleibt.
Bettensteuer und Haushalt: Abwägung steht noch aus
Die geplante Bettensteuer beschäftigt Wirtschaft und Tourismus im Kreis Höxter. Erste wirtschaftliche Reaktionen liegen bereits vor. Die Stadtpolitik in Höxter muss nun abwägen: Haushaltssanierung oder Standortattraktivität. Beides gleichzeitig zu erreichen, dürfte schwierig werden.



