Politik

Stadtmarketing-Streit: Rot-Grün kontert Ex-SMS-Chef Jäger

In Stadthagen ist ein offener Konflikt zwischen dem scheidenden Vorsitzenden des Stadtmarketings Stadthagen (SMS) und der rot-grünen Ratsgruppe ausgebrochen. SMS-Chef Jäger erhob beim Verlassen seines Amtes massive Vorwürfe gegen die Mehrheitsgruppe im Rat. Diese weist die Anwürfe zurück.

Jäger klagt über fehlende Wertschätzung

Bereits im Mai 2025 hatte Jäger öffentlich Kritik geäußert. Er beklagte damals, dass es an Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement im Stadtmarketing komplett hapert. Die Belastungen für die Ehrenamtlichen seien stetig gewachsen. Unterstützung aus der Politik habe er dabei kaum erfahren.

Mit seinem Abgang als SMS-Vorsitzender verschärfte Jäger seinen Ton deutlich. Er richtete schwere Vorwürfe konkret gegen rot-grüne Ratsmitglieder. Details der Anschuldigungen wurden öffentlich bekannt. Die Ratsgruppe sah sich daraufhin zum Handeln gezwungen.

Rot-Grün weist Vorwürfe zurück

Die rot-grüne Ratsgruppe in Stadthagen hat sich gegen die Anwürfe des scheidenden SMS-Chefs zur Wehr gesetzt. Sie bestreitet die Darstellungen Jägers. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Vorwürfen ist dabei Teil der öffentlichen Reaktion.

Der Konflikt fügt sich in ein angespanntes politisches Klima in Stadthagen ein. Auch Bürgermeister Oliver Theiß, der parteilos ist, geriet zuletzt in Auseinandersetzungen mit Rot-Grün. Im August 2025 wehrte er sich gegen den Vorwurf, einen Ratsbeschluss zur Zukunft der Festhalle zu ignorieren.

Kein Einzelfall: Stadtmarketing unter Druck

Jäger ist nicht der erste SMS-Chef, der die Lage in Stadthagen öffentlich kritisiert. Sein Vorgänger Schröter mahnte im August 2025 ebenfalls. Er prangerte den Niedergang der Stadthäger Innenstadt an. Schröter warnte davor, schwindende Bestände nur zu verwalten, statt aktiv gegenzusteuern.

Das Stadtmarketing ist auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Rat angewiesen. Fördermittel, Veranstaltungsgenehmigungen und stadtplanerische Entscheidungen hängen von politischen Mehrheiten ab. Ohne diesen Rückhalt bleibt ehrenamtliches Engagement in der Stadtentwicklung schwierig.

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Ehrenamt braucht politische Unterstützung

Der Fall Jäger zeigt ein strukturelles Problem. Ehrenamtliche übernehmen Aufgaben, die eigentlich öffentliche Träger leisten müssten. Wenn die Zusammenarbeit mit der Politik zerbricht, leiden darunter Vereine, Händler und die gesamte Innenstadt.

Stadthagen kämpft wie viele Mittelstädte im Weserbergland mit dem Wandel im Einzelhandel. Leerstände, sinkende Besucherfrequenz und wegbrechende Geschäfte prägen das Bild. Das Stadtmarketing soll gegensteuern. Ohne klare politische Rückendeckung ist das kaum möglich.

Nachfolge noch offen

Wer den Vorsitz des SMS nach Jäger übernimmt, ist derzeit nicht bekannt. Die offene Nachfolgefrage verschärft die Unsicherheit beim Stadtmarketing. Für die Innenstadt Stadthagens ist eine handlungsfähige SMS-Führung wichtig.

Der öffentliche Streit zwischen dem scheidenden Vorsitzenden und der Ratsgruppe belastet das Klima zusätzlich. Eine Beruhigung der Lage hängt davon ab, ob beide Seiten auf einen sachlichen Dialog zusteuern. Derzeit deutet wenig darauf hin.

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