Porta Westfalica: Ausstellung „Am Ende des Tunnels kein Licht“ eröffnet

Was verändert sich, wenn wir uns aktiv erinnern, anstatt die Vergangenheit ruhen zu lassen?
Am 23. März 2024 startete in Barkhausen eine bewegende Schau. Diese temporäre Präsentation aus See-Containern macht ein dunkles Kapitel der Regionalgeschichte zugänglich.
Der Standort ist selbst ein Statement. Die Schau steht auf dem neu benannten Dr.-Jørgen-Kieler-Platz. Dieser ehrt den mutigen dänischen Arzt und Widerstandskämpfer, der das KZ überlebte.
Gegenüber lag einst das Hotel Kaiserhof. Es war eine zentrale Anlaufstelle in dieser Zeit. Jetzt wird der Platz zu einem Ort des Lernens und Gedenkens.
Die Installation dokumentiert die Geschichte der KZ-Außenlager hier von 1944 bis 1945. Sie ist ein Meilenstein für die KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte vor Ort. Seit 2009 arbeitet diese an der Aufarbeitung der NS-Verbrechen.
Du findest einen ständig zugänglichen Außenbereich mit Informationsstelen. Der Container-Bereich bietet vertiefte Inhalte zu festen Zeiten. Die Schau wird 80 Jahre nach dem Eintreffen des ersten Häftlingstransports öffentlich.
Sie setzt ein starkes Zeichen gegen das Vergessen. Sie lädt dich ein, hinzusehen und zu verstehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Container-Ausstellung wurde am 23. März 2024 in Porta Westfalica-Barkhausen feierlich eröffnet.
- Sie befindet sich auf dem nach dem dänischen Widerstandskämpfer Dr. Jørgen Kieler benannten Platz.
- Die Schau dokumentiert die Geschichte der KZ-Außenlager in der Region aus den Jahren 1944 und 1945.
- Ein Außenbereich mit Stelen ist rund um die Uhr zugänglich, die Container haben feste Öffnungszeiten.
- Die Eröffnung markiert einen wichtigen Schritt für die lokale Gedenk- und Dokumentationsarbeit.
- Die Präsentation erinnert 80 Jahre nach dem ersten Häftlingstransport an die Opfer.
- Sie dient als dauerhafte Mahnung und Ort der historischen Bildung.
Historischer Kontext und Eröffnungsfeier
Die feierliche Eröffnung der Container-Ausstellung in Barkhausen vereinte zahlreiche Gäste zu einem bewegenden Moment des Gedenkens. Du spürst hier die Verbindung von Vergangenheit und gegenwärtigem Engagement.
Eröffnungsveranstaltung und Beteiligte im Barkhausen
Bernd Hedtmann, der Vorsitzende der KZ-Gedenkstätte, hieß die Versammelten willkommen. Unter den Gästen waren viele aus Politik und Verwaltung.
Bürgermeisterin Anke Grotjohann sprach ein Grußwort. Sie machte klar, wie notwendig diese Form der Erinnerung ist.
Die Kuratoren Hélène Bangert und Thomas Lange führten fachkundig in die Schau ein. Das Designbüro ZieleundZeichen gestaltete die Inhalte visuell eindrücklich.
Musik von Beate Josten, Stephan Winkelhake und Daniel Sauk gab der Veranstaltung einen würdevollen Rahmen.
Geschichtliche Hintergründe der KZ-Außenlager
Die historischen Fakten sind erschütternd. In den Jahren 1944 und 1945 existierten hier mehrere Außenlager.
- Rund 3.000 Frauen und Männer waren als Häftlinge gefangen.
- Sie mussten Zwangsarbeit für die NS-Rüstungsindustrie leisten.
- Die Lager waren direkt dem Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg unterstellt.
- Sie gehörten zu einem großen Netzwerk von Lagern in Norddeutschland.
Die Gefangenen schufteten vor allem in den Stollen rund um den Weserdurchbruch. Heute findest du in der Nähe auch Orte der Einkehr wie das Restaurant Stiller in Porta Westfalica.
Porta Westfalica: Ausstellung „Am Ende des Tunnels kein Licht“ eröffnet – Hintergrund und Erlebnisberichte
Im Zentrum dieser Präsentation stehen die Berichte der Menschen, die das Grauen erlebten. Die Schau gibt dir einen tiefen Einblick in die Geschichte der KZ-Außenlager.
Du erfährst hier nicht nur trockene Fakten. Stattdessen triffst du auf die Stimmen derer, die dort inhaftiert waren.
Einführung durch die Kurator*innen und Zeitzeug*innen
Authentische Erlebnisberichte bilden das Herzstück. Sie ermöglichen dir einen sehr persönlichen Zugang zu den Ereignissen.
Über QR-Codes an den Informationstafeln gelangst du mit deinem Smartphone zu vertieften Inhalten. So erhältst du zusätzliche Hintergründe zu den Häftlingen und Orten.
Dokumentation der Ereignisse in der Region
Die Fotos von Milena Bock und Guido Niemeyer zeigen das Ausmaß der Verbrechen. Historische Aufnahmen verdeutlichen die unmenschlichen Bedingungen.
Du lernst, wie NS-Ideologie und Kriegswirtschaft in der Gemeinde funktionierten. Am Ende der Tunnels wartete kein Licht der Hoffnung, sondern nur Leid.
Beim Verlassen der Containeranlage kannst du ein symbolisches Zeichen der Lichtsetzung im Gedenken vollziehen. Die Dokumentationsstätte Porta Westfalica arbeitet seit 2009 an dieser kritischen Aufarbeitung.
Ausstellungsdetails und praktische Empfehlungen
Um dir den Besuch zu erleichtern, findest du hier alle Details zu Öffnungszeiten, Führungen und der Anreise.
Besucherinfos: Öffnungszeiten, Barrierefreiheit und Führungen
Der Außenbereich mit seinen Informationsstelen ist ganzjährig rund um die Uhr für dich geöffnet. Die vertiefende Präsentation in den Containern hat saisonal wechselnde Zeiten.
| Zeitraum | Tage | Uhrzeit |
|---|---|---|
| Bis Ende April | Sa. & So. | 13 – 16 Uhr |
| Mai bis Oktober | Sa. & So. | 13 – 18 Uhr |
| November bis März | Sa. & So. | 13 – 16 Uhr |
Die Schau findet an diesen Tagen statt. Für Gruppen, Schulklassen oder Familien öffnet sie jederzeit nach Vereinbarung.
Der Standort ist barrierefrei. Die Container sind über Rampen erreichbar und kinderwagentauglich. Ehrenamtliche der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V sind während der Öffnungszeiten für Fragen da.
Der Eintritt ist frei. Spenden unterstützen die wichtige Arbeit. Führungen auf Deutsch und Englisch vertiefen deinen Rundgang und thematisieren die Geschichte der Tunnels und das fehlende Licht der Hoffnung.
Anreise, digitaler Zugang und Informationsangebote vor Ort
Du erreichst die Gedenkstätte unter der Adresse Dr.-Jørgen-Kieler-Platz 1, 32457 Porta Westfalica-Barkhausen. Für Anfragen nutzt du die Telefonnummer +49 160 / 8002383 oder die E-Mail info@gedenkstaette-porta.de.
Die Anreise mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut möglich. Eine detaillierte Karte und weitere Informationen für deine Planung findest du auf der Website der Einrichtung. Für deine Übernachtung findest du Tipps für eine Unterkunft in Porta Westfalica.
Abschließende Überlegungen und Ausblick
Der neu benannte Platz und die Installation markieren einen dauerhaften Wendepunkt in der Erinnerungskultur der Region. Sie zeigen, dass Gedenken keine Sache der Vergangenheit, sondern eine fortwährende Aufgabe ist.
Diese Schau bildet zusammen mit dem Gedenkort Dachs 1 das Fundament. Von hier aus kannst du die NS-Geschichte der Porta Westfalica vertiefen. Seit 2009 arbeitet die Dokumentationsstätte Porta genau dafür.
Dein Rundgang schließt mit einem persönlichen Zeichen. Das gesetzte Licht steht für Hoffnung und mahnt zugleich. Dein Besuch trägt dazu bei, dass am Ende der Dunkelheit ein Licht des Wissens und Gedenkens leuchtet.


