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Weser im Blick: Hochwasserschutz im Landkreis Holzminden

Die Weser bestimmt das Leben im Landkreis Holzminden. Sie ist Naherholungsgebiet, Wasserweg und Naturraum. Doch bei Hochwasser zeigt der Fluss seine andere Seite. Uferpromenaden werden überflutet, Deiche müssen bewacht werden, Straßen sind nicht mehr passierbar. Der Landkreis hat klare Strukturen, um auf solche Lagen zu reagieren.

Der Pegel als Frühwarnsystem

Der Pegel Holzminden ist die zentrale Messstelle für den Landkreis. Seine Werte bestimmen, welche Maßnahmen ergriffen werden. Die Schwellenwerte sind klar definiert.

Ab einem Pegelstand von 550 Zentimetern beginnt die Deichüberwachung. Das bedeutet: Fachleute kontrollieren regelmäßig, ob die Schutzanlagen halten. Anwohner in gefährdeten Bereichen müssen aufmerksam sein.

Steigt der Pegel auf über 700 Zentimeter, wird es kritisch. Dann treten Auen unter Wasser. Straßen werden unpassierbar. Historische Ereignisse zeigen, was solche Pegel bedeuten. Im Januar 2025 war der Weserkai in Holzminden zeitweise nicht begehbar. Im Jahr 2018 erreichte der Pegel an gleicher Stelle einen Stand von 5,27 Metern, also 527 Zentimetern, und überschwemmte den Kai vollständig.

Natürliche Überschwemmungsgebiete als Puffer

Fließgewässer brauchen bei Hochwasser Raum. Sie dehnen sich in sogenannte natürliche Überschwemmungsgebiete aus. Das ist kein Versagen des Schutzsystems, sondern gewollter Teil davon.

Im Landkreis Holzminden sind mehrere dieser Gebiete rechtlich festgesetzt. Sie unterliegen dem Wasserhaushaltsgesetz. Das bedeutet: Bebauung und bestimmte Nutzungen sind dort verboten oder stark eingeschränkt.

Zu den festgesetzten Überschwemmungsgebieten gehören unter anderem Bereiche entlang von Lenne und Spüligbach. Für die Weser selbst gibt es genaue Karten im GIS-Portal des Landkreises. Dort ist die Abgrenzung des festgesetzten Überschwemmungsgebietes einzusehen.

Gebiete, die noch nicht per Verordnung festgesetzt, aber bereits identifiziert sind, gelten als vorläufig gesichert. Auch für sie gelten die gesetzlichen Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes bereits.

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Hochwasserschutzplan Oberweser als Planungsgrundlage

Der Landkreis Holzminden hat einen eigenen Hochwasserschutzplan für die Oberweser erarbeitet. Dieser Plan ist die zentrale Grundlage für den vorsorgenden Schutz der Region.

Grundlage des Plans ist ein zweidimensionales mathematisches Computermodell. Es berechnet, welche Gebiete bei verschiedenen Wasserständen überschwemmt werden. Daraus lassen sich Gefährdungen erkennen und Handlungsoptionen ableiten.

Solche Hochwasseraktionspläne sind kein bürokratisches Instrument. Sie zeigen konkret, wo Risiken liegen. Sie helfen Kommunen, Feuerwehren und Behörden, im Ernstfall schnell und gezielt zu handeln.

Was Bürgerinnen und Bürger wissen sollten

Wer in der Nähe der Weser oder anderer Fließgewässer im Landkreis wohnt, sollte die Pegelstände kennen. Aktuelle Daten sind über öffentliche Pegelportale abrufbar. Die Werte ändern sich nach starken Regenfällen oder Schneeschmelze rasch.

Wohnlagen in festgesetzten Überschwemmungsgebieten sind besonders gefährdet. Wer dort baut oder investieren will, muss die gesetzlichen Vorgaben beachten. Der Landkreis stellt entsprechende Karten und Informationen bereit.

Auch wer keinen direkten Kontakt zur Weser hat, kann betroffen sein. Kleinere Zuläufe wie Lenne oder Spüligbach können bei starken Regenereignissen ebenfalls schnell über die Ufer treten.

Fazit: Vorsorge ist der beste Schutz

Hochwasser an der Weser ist kein seltenes Ereignis. Der Landkreis Holzminden hat mit festgesetzten Überschwemmungsgebieten, klaren Pegelgrenzen und dem Hochwasserschutzplan Oberweser ein solides Fundament gelegt. Die Verantwortung liegt aber nicht allein bei den Behörden. Wer die Risiken kennt und vorbereitet ist, kann im Ernstfall schneller reagieren und Schäden begrenzen.

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