Chlorgasaustritt: Freibad Holzminden bleibt vorerst gesperrt
Das Freibad in Holzminden bleibt geschlossen. Eine undichte Verschraubung an einer Chlorgasflasche hat in der Nacht auf Samstag einen mehrstündigen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Ausgerechnet während der Hitzewelle fällt damit das einzige Freibad der Stadt aus.
Defekte Verschraubung löst Großeinsatz aus
In der Nacht auf Samstag trat im Technikbereich des Freibades am Stahler Weserufer Chlorgas aus. Ursache war eine undichte Verschraubung an einer Chlorgasflasche. Die Feuerwehr rückte aus und war mehrere Stunden im Einsatz. Nach Angaben der Stadt wurden keine Personen verletzt.
Der Einsatz band erhebliche Kräfte. Chlorgas ist bereits in geringen Konzentrationen reizend und kann die Atemwege schädigen. Die Feuerwehrkräfte mussten mit Schutzausrüstung vorgehen, um die undichte Stelle zu sichern.
Das Freibad wurde daraufhin gesperrt. Eine sofortige Wiedereröffnung war nicht möglich. Die technischen Anlagen müssen geprüft und freigegeben werden, bevor der Badebetrieb wieder aufgenommen werden kann.
Bürgermeister Belke hofft auf Dienstag
Bürgermeister Belke äußerte sich zur Lage und zeigte sich vorsichtig optimistisch. Er hofft, dass das Bad spätestens am Dienstag wieder öffnen kann. Eine verbindliche Zusage konnte er zunächst nicht machen. Die Prüfung der Anlage muss zuerst abgeschlossen sein.
Für die Bevölkerung im Landkreis Holzminden kommt die Schließung zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Am Samstag wurden Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet. Das Freibad wäre unter normalen Umständen gut besucht gewesen.
Hitzewelle trifft Landkreis mit voller Wucht
Die Hitze hat im Landkreis Holzminden bereits weitere Folgen gehabt. Mehrere Veranstaltungen wurden wegen der hohen Temperaturen abgesagt. Veranstalter begründeten die Absagen mit der Gesundheitsgefährdung für Besucher und Helfer.
Das Freibad Holzminden ist in solchen Lagen die wichtigste Abkühlmöglichkeit für viele Familien in der Region. Alternativen sind begrenzt. Wer am Wochenende ins Wasser wollte, musste auf die Weser oder weiter entfernte Bäder ausweichen.
Nicht der erste Vorfall dieser Art
Es ist nicht das erste Mal, dass das Freibad Holzminden wegen eines Chlorgasproblems schließen musste. Bereits im Juni 2023 hatte es einen vergleichbaren Vorfall gegeben. Damals trat am Montagvormittag Chlorgas aus, das Bad musste evakuiert werden. Auch damals blieb das Becken mehrere Tage gesperrt. Verletzt wurde bei dem damaligen Vorfall niemand.
Die wiederholten Vorfälle werfen Fragen zur Wartung der Technik auf. Ob die aktuelle Ursache auf mangelnde Instandhaltung zurückzuführen ist, war zunächst nicht bekannt.
Fazit: Ungünstige Häufung von Umständen
Ein technischer Defekt, eine Hitzewelle und ein gesperrtes Freibad: Für Holzminden ist das eine schwierige Kombination. Die Stadt arbeitet an einer schnellen Lösung. Ob der Dienstag als Zieldatum hält, hängt vom Ergebnis der technischen Prüfung ab. Badegäste sollten sich kurzfristig über den aktuellen Stand informieren, bevor sie sich auf den Weg machen.