FBG Hochstift: 466 Waldbesitzer bündeln 4.152 Hektar
Private Waldbesitzer aus zwei Kreisen haben eine gemeinsame Organisation gegründet. Die neu gegründete Forstbetriebsgemeinschaft Hochstift vereint 466 Mitglieder aus den Kreisen Paderborn und Höxter. Die Gesamtwaldfläche beträgt 4.152 Hektar. Damit gehört der Zusammenschluss zu den größten Forstbetriebsgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen.
Starke Gemeinschaft für den Hochstiftwald
Das historische Hochstift umfasst die Kreise Paderborn und Höxter. In dieser Region leben rund 450.000 Menschen. Die Wälder prägen die Landschaft deutlich. Bewaldungsschwerpunkte sind das Weserbergland, das Eggegebirge und die Paderborner Hochfläche mit dem Sintfeld.
Die Wälder der Region bestehen überwiegend aus Laubholz. Das Regionalforstamt Hochstift betreut 20 Städte und Gemeinden. Bisher war der Staatswaldanteil besonders hoch. Privater Waldbesitz war hingegen kleinteilig und wenig organisiert.
Genau das soll sich jetzt ändern. Mit der Forstbetriebsgemeinschaft Hochstift erhalten private Waldbesitzende eine gemeinsame Stimme. Sie können künftig gemeinsam verhandeln, Kosten teilen und Leistungen bündeln.
Was Forstbetriebsgemeinschaften leisten
Forstbetriebsgemeinschaften sind rechtlich anerkannte Zusammenschlüsse privater Waldbesitzer. Sie ermöglichen es, kleine Waldflächen wirtschaftlich zu bewirtschaften. Einzelne Besitzer mit wenigen Hektar können sich Forstmaschinen, Beratung und Vermarktung allein kaum leisten.
In einer Gemeinschaft teilen sich die Mitglieder diese Kosten. Holz lässt sich in größeren Mengen besser verkaufen. Auch bei Förderanträgen und Zertifizierungen haben größere Gemeinschaften Vorteile.
Die 4.152 Hektar der FBG Hochstift sind eine erhebliche Fläche. Zum Vergleich: 4.000 Hektar entsprechen etwa 40 Quadratkilometern zusammenhängendem Wald.
Kreis Höxter stärkt Forststrukturen gleich doppelt
Die Gründung der FBG Hochstift ist nicht die einzige forstliche Neuigkeit aus dem Kreis Höxter. Anfang Juli ist der Kreis Höxter dem Gemeindeforstamtsverband Willebadessen beigetreten. Dieser Zweckverband bündelt Kompetenzen von 35 Waldbesitzern.
Der Verband umfasst Mitglieder aus den Kreisen Paderborn, Höxter und dem Hochsauerlandkreis. Die gemeinsam verwaltete Waldfläche beträgt dort fast 12.550 Hektar. Verbandsvorsteher ist Dr. André Brandt.
Über den Beitritt des Kreises Höxter freuten sich neben Brandt auch Landrat Michael Stickeln, Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm, Forstamtsleiter Nikolas Osburg und Revierförster Martin Erben.
Waldregion mit großer Bedeutung
Die Wälder zwischen Weser und Egge haben überregionale Bedeutung. Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge reicht im Osten bis an die Weser bei Höxter. Im Westen grenzt er an die Stadtgrenze von Paderborn.
Die Paderborner Hochfläche gilt als die größte Kalk- und Karstlandschaft Westfalens. Naturräumlich zählt sie zum Oberen Weserbergland. Diese Vielfalt aus Kalkböden, Laubwäldern und Mittelgebirge macht die Region ökologisch wertvoll.
Gleichzeitig stellt dieser Reichtum Waldbesitzende vor Aufgaben. Klimawandel, Borkenkäfer und Sturmereignisse haben in den vergangenen Jahren auch hier Schäden hinterlassen. Gemeinsame Strukturen helfen, schneller zu reagieren und Flächen wieder aufzuforsten.
Fazit: Organisierter Privatwald als Zukunftsmodell
Die Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft Hochstift ist ein klares Signal. Private Waldbesitzer in der Region setzen auf Kooperation statt auf Einzelkämpfertum. 466 Mitglieder und 4.152 Hektar sind eine solide Basis.
Zusammen mit dem Beitritt des Kreises Höxter zum Gemeindeforstamtsverband Willebadessen wächst die organisierte Forstwirtschaft im Hochstift deutlich. Für den Wald zwischen Egge und Weser könnte das langfristig ein Gewinn sein.