Holzminden: Bürgerbegehren für Oberschulen Bodenwerder und Stadtoldendorf
Im Landkreis Holzminden haben Bürgerinnen und Bürger mehr als 5.750 Unterschriften gegen die geplante Schließung zweier Oberschulen gesammelt. Das Bürgerbegehren zielt auf den Erhalt der Oberschulen in Bodenwerder und Stadtoldendorf. Landrat Michael Schünemann (parteilos) bestätigte den Eingang der Unterschriften. Im Kreishaus werden die Stimmen nun auf ihre Gültigkeit geprüft.
Zwei Schulen im Fokus
Die Oberschule Bodenwerder und die Oberschule Stadtoldendorf stehen seit Monaten im Mittelpunkt eines Schulstrukturstreits im Landkreis Holzminden. Die Kreisverwaltung plant, beide Standorte zu schließen. Eltern, Schüler und Anwohner aus der Region wenden sich dagegen. Sie sammelten Unterschriften, um ein formelles Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen.
Das Bürgerbegehren fordert, dass beide Schulen eigenständig, dauerhaft und einzeln erhalten bleiben. Zudem sollen dort die notwendigsten Sanierungen durchgeführt werden. Die Unterstützer sehen in den Schulen einen wichtigen Teil der Infrastruktur im ländlichen Raum.
Prüfung der Unterschriften läuft
Eingereicht wurden die Unterschriften am Donnerstag im Kreishaus Holzminden. Die Verwaltung prüft nun, ob die gesammelten Stimmen den formalen Anforderungen entsprechen. Dabei wird unter anderem kontrolliert, ob die Unterzeichner im Landkreis wahlberechtigt sind. Das Ergebnis der Prüfung entscheidet darüber, ob das Bürgerbegehren formal zulässig ist.
Hohe Hürde für den Bürgerentscheid
Wird das Bürgerbegehren für zulässig erklärt, folgt ein Bürgerentscheid. Dabei müssten mindestens 11.507 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Holzminden mit Ja stimmen. Zudem muss diese Zahl die Mehrheit der abgegebenen Stimmen darstellen. Nur dann wäre der Entscheid rechtlich bindend. Die Hürde ist damit erheblich höher als die Zahl der bisher gesammelten Unterschriften.
Bürgerbegehren zunächst als gescheitert bewertet
Berichte vom März 2026 deuteten darauf hin, dass das Bürgerbegehren in seiner ursprünglichen Form gescheitert ist. Die Unterstützer wollten jedoch den Weg zum Bürgerentscheid weiter verfolgen. Der Entscheid soll nach aktuellem Stand im April stattfinden. Bis dahin müssen die Initiatoren Überzeugungsarbeit leisten, um die nötige Mehrheit zu erreichen.
Die Organisatoren des Begehrens haben angekündigt, ihre Kampagne fortzusetzen. Sie wollen Wählerinnen und Wähler im gesamten Landkreis ansprechen. Veranstaltungen und Informationsabende sind Teil der geplanten Mobilisierung.
Schule und Nahversorgung auf dem Land
Der Streit um die beiden Oberschulen spiegelt ein verbreitetes Problem im ländlichen Raum wider. Sinkende Schülerzahlen und fehlende Finanzmittel zwingen viele Landkreise, Schulstandorte zu konsolidieren. Für betroffene Gemeinden bedeutet eine Schulschließung oft längere Schulwege für Kinder und Jugendliche. Kritiker sehen darin eine Schwächung der Daseinsvorsorge in der Fläche.
Bodenwerder und Stadtoldendorf sind Städte im südlichen Landkreis Holzminden. Beide liegen abseits größerer Ballungszentren. Die nächste weiterführende Schule wäre für viele Schüler ohne eigene Schulen deutlich schwerer erreichbar.
Fazit
Das Bürgerbegehren im Landkreis Holzminden zeigt, wie stark der Widerstand gegen Schulschließungen in der Bevölkerung verankert ist. Über 5.750 Unterschriften sind ein deutliches Signal an die Kreisverwaltung. Ob daraus ein verbindlicher Bürgerentscheid folgt, hängt jetzt von der formalen Prüfung und der Mobilisierung im Landkreis ab. Der April wird zeigen, ob die Unterstützer die nötige Mehrheit erreichen können.