Verkehr

Schaumburg bekommt nummeriertes Navi für Radfahrer

Der Landkreis Schaumburg modernisiert sein Radwegenetz. Künftig sollen nummerierte Knotenpunkte Radfahrern die Orientierung erleichtern. Das System gilt in Teilen Europas bereits seit Jahren als Standard, in Deutschland ist es bislang nur vereinzelt verbreitet.

So funktioniert das Knotenpunktsystem

Das Prinzip ist einfach. An Kreuzungen und wichtigen Wegpunkten stehen Schilder mit einer Nummer. Radfahrer merken sich vor der Tour nur eine Abfolge von Zahlen. An jedem Knotenpunkt zeigen Wegweiser die Richtung zum nächsten Punkt an.

Ein klassisches Routenschild mit Ortsnamen entfällt. Stattdessen reicht eine kurze Zahlenkombination, etwa 12 über 34 nach 56. Das reduziert den Planungsaufwand und macht spontane Touren einfacher.

Knotenpunktsysteme sind in den Niederlanden, Belgien und Teilen Nordrhein-Westfalens weit verbreitet. In Niedersachsen gehört der Landkreis Schaumburg damit zu den Vorreitern.

Radwegenetz im Landkreis Schaumburg

Der Landkreis Schaumburg verfügt über ein ausgedehntes Radwegenetz. Zuständig für dessen Koordination und Planung ist Ferdinand Teepe, der Fachmann für das Radwegenetz im Landkreis. Das Netz verbindet Orte wie Bad Nenndorf, Stadthagen und Rinteln mit der Umgebung.

Die Landschaft bietet gute Voraussetzungen. Das Wesergebirge, der Naturpark Steinhuder Meer und das Steinhuder Meer selbst ziehen Radtouristen an. Der Kamm des Wesergebirges steht als Naturschutzgebiet unter besonderem Schutz und umfasst 452 Hektar.

Radwege spielen auch im Umfeld der Landesgartenschau eine Rolle. Mehrere Routen führen direkt zum Veranstaltungsgelände. Das Knotenpunktsystem soll diese Verbindungen besser erlebbar machen.

Warum das System sinnvoll ist

Bisherige Beschilderungen orientieren sich an Ortsnamen und Fernradwegen. Das funktioniert für bekannte Strecken gut. Wer aber spontan eine Rundtour plant, stößt schnell an Grenzen.

Das Knotenpunktsystem schließt diese Lücke. Radfahrer können ihre Tour im Voraus anhand einer Karte planen. Unterwegs folgen sie dann schlicht den Nummern. Das ist auch für Familien und ältere Radfahrer geeignet.

Lesen  Lkw-Verkehr auf der Weserbrücke: Dauerkonflikt um Gewicht und Nutzung

In Deutschland ist das System bislang abseits einiger Landkreise kaum etabliert. Schaumburg setzt damit ein Zeichen für eine modernere Radverkehrsinfrastruktur in der Region.

Anbindung an bestehende Routen

Das neue System soll sich in das bestehende Netz aus Radfernwegen und Themenrouten einfügen. Bestehende Verbindungen bleiben erhalten. Die Knotenpunkte ergänzen die vorhandene Infrastruktur, ersetzen sie aber nicht vollständig.

Durch Bad Nenndorf verläuft bereits eine bedeutsame Rad- und Fußverbindung entlang der Gehrenbreite. Solche Achsen können als Grundlage für Knotenpunkte dienen und direkt in das neue System integriert werden.

Fazit

Der Landkreis Schaumburg schafft mit dem Knotenpunktsystem eine zeitgemäße Grundlage für den Radtourismus. Das Prinzip ist erprobt und nutzerfreundlich. Ob das System den Radverkehr in der Region spürbar stärkt, wird sich in den kommenden Saisons zeigen.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"