Verkehr

Weser bei Höxter: Pegel könnte auf unter 50 Zentimeter fallen

Die Weser im Kreis Höxter trocknet weiter aus. Der Pegel an der Messstelle Corvey bei Höxter ist bereits auf 55 Zentimeter gefallen. Prognosen warnen vor einem weiteren Rückgang auf unter 50 Zentimeter. Das wäre ein historischer Tiefstand.

Pegel sinkt auf Rekordniveau

Bereits ein Wert unter 70 Zentimetern galt in Höxter als außergewöhnlich. Diesen Wert hat die Weser mittlerweile deutlich unterschritten. An der Messstelle in Corvey wurden zuletzt 55 Zentimeter gemessen. Das ist seit vielen Jahren der niedrigste gemessene Wert an diesem Standort.

Die Ursachen sind klar: anhaltende Trockenheit und ein gesunkener Füllstand der Edertalsperre. Die Talsperre ist das wichtigste Stützbecken für den Weserpegel und reguliert den Zufluss in die Weser. Fehlt ihr Wasser, sinkt der Pegel im gesamten Flusslauf weiter flussabwärts.

Edertalsperre verliert Wasservorrat

Die Edertalsperre verliert derzeit schnell an Wasservorrat. In den Sommermonaten ist sie der wichtigste Puffer für den Weserpegel. Ist der Speicher leer, gibt es keine Möglichkeit mehr, den Pegel künstlich zu stützen.

Dieser Puffer fehlt nun genau dann, wenn die natürlichen Niederschläge ausbleiben. Die Kombination aus Sommertrockenheit und niedrigem Talsperrenstand verschärft die Lage im Kreis Höxter erheblich.

Was ein so niedriger Pegel bedeutet

Ein Pegelstand unter 50 Zentimetern hat konkrete Folgen. Die Schifffahrt auf der Weser wird bei solchen Werten stark eingeschränkt. Flachgehende Boote können bestimmte Abschnitte nicht mehr passieren. Kiesbänke und Untiefen legen sich frei.

Auch für die Wasserentnahme durch Industrie und Landwirtschaft entstehen Probleme. Kühlwassereinleitungen von Kraftwerken unterliegen bei Niedrigwasser strengeren Auflagen. Die Wassertemperatur steigt bei geringen Mengen schneller an.

Flussökologie unter Druck

Niedrige Pegelstände belasten das Ökosystem der Weser stark. Fische und andere Wasserlebewesen geraten bei hohen Temperaturen und geringer Wassertiefe unter Stress. Die Sauerstoffversorgung im Wasser verschlechtert sich. Das betrifft auch Bereiche flussabwärts, etwa im Raum Bodenwerder und Hameln.

Lesen  Bauarbeiten legen Straßen im Landkreis Hameln-Pyrmont lahm

Situation flussabwärts noch stabil

Weiter flussabwärts zeigt sich die Lage derzeit anders. In Bodenwerder und Hameln lagen die Pegelstände zuletzt in einem normalen Bereich. Prognosen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts hatten dort Pegelstände von rund 4,80 Metern in Bodenwerder und 5,20 Metern in Hameln genannt. Diese Werte beziehen sich auf frühere Hochwasserphasen und sind nicht mit der aktuellen Niedrigwasserlage vergleichbar.

Der Unterschied zeigt, wie stark das Niedrigwasser im Oberlauf bei Höxter ausgeprägt ist. Dort ist die Weser schmaler und flacher, sodass sich Pegelveränderungen schneller und deutlicher auswirken.

Fazit

Die Weser im Kreis Höxter kämpft mit extremem Niedrigwasser. Ein Pegel unter 50 Zentimetern wäre ein neuer Tiefpunkt. Ohne nennenswerte Niederschläge und ohne ausreichenden Zulauf aus der Edertalsperre dürfte sich die Lage kurzfristig nicht verbessern.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"