Weserbergland beschließt Tourismuskonzept gegen Betriebsschwund
Das Weserbergland verliert Übernachtungsbetriebe. Zwischen 2014 und 2024 sank die Zahl der geöffneten Hotels und Gasthäuser in der Region um rund 19 Prozent. Die Mitglieder des Weserbergland Tourismus e.V. haben nun reagiert. Am 7. Mai 2026 verabschiedeten sie bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein fortgeschriebenes Tourismuskonzept. Das Votum fiel klar aus.
Ein Jahrzehnt des Rückgangs
Die Zahlen sind deutlich. Seit 2014 hat die Region kontinuierlich Beherbergungsbetriebe verloren. Hinzu kommt ein Rückgang der Übernachtungszahlen um 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit steht das Weserbergland vor einer strukturellen Herausforderung. Hotels schließen, Gasthäuser geben auf. Die Gründe dafür sind vielfältig: gestiegene Betriebskosten, Fachkräftemangel und verändertes Reiseverhalten der Gäste.
Für den Weserbergland Tourismus e.V. ist das ein klares Signal. Die bisherigen Strategien reichen nicht aus. Der Verein hatte bereits 2025 die Agentur PROJECT M beauftragt, das bestehende Konzept weiterzuentwickeln. Das Ergebnis liegt nun vor und wurde von den Mitgliedern angenommen.
Neues Konzept soll strategische Grundlage schaffen
Das beschlossene Tourismuskonzept soll der Region eine moderne strategische Grundlage geben. Es richtet den Blick auf langfristige strukturelle Arbeit. Konkret geht es darum, die Destination zukunftsfähig aufzustellen. Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden? Welche Angebote fehlen? Und wie kann die Region im Wettbewerb mit anderen Reisezielen bestehen?
PROJECT M ist eine auf Tourismus spezialisierte Beratungsagentur. Sie hat das Konzept gemeinsam mit den regionalen Akteuren erarbeitet. Die Einbindung der Mitglieder war dabei ausdrücklich gewollt. Der Verein setzt auf Kontinuität und frischen Wind zugleich.
Solling-Vogler-Region als positives Beispiel
Nicht überall im Weserbergland sieht die Lage gleich düster aus. Die Solling-Vogler-Region zeigt, dass Wandel möglich ist. Neue Gastgeber haben sich dort angesiedelt. Innovative Konzepte bringen Besucher in die Gegend. Das Gebiet gilt als Beispiel dafür, was mit frischen Ideen erreichbar ist.
Diese Entwicklung soll künftig als Modell dienen. Der Verein will erfolgreiche Ansätze aus der Region stärker kommunizieren. Gäste sollen gezielt auf solche Angebote aufmerksam gemacht werden.
Vorstand vor großer Aufgabe
Die Verantwortlichen beim Weserbergland Tourismus e.V. wissen, dass das Konzept allein nicht reicht. Es braucht Umsetzung. Der Vorstand steht vor einer großen Aufgabe. Die strukturelle Arbeit beginnt jetzt erst. Kommunen, Betriebe und der Verein müssen gemeinsam handeln.
Bereits bei einer früheren Mitgliederversammlung in Einbeck war das Thema auf der Agenda. Damals war klar: Die Fortschreibung des Tourismuskonzepts ist notwendig. Jetzt ist sie vollzogen.
Koordination als Schlüssel
Ein zentrales Ziel ist die bessere Vernetzung der Akteure. Hotels, Gastronomiebetriebe, Kommunen und der Tourismusverein sollen enger zusammenarbeiten. Nur so lassen sich gemeinsame Marketingmaßnahmen entwickeln und umsetzen. Einzelkämpfer haben es schwer. Eine abgestimmte Strategie dagegen kann Wirkung entfalten.
Für die Gäste der Region bedeutet das konkret: mehr aufeinander abgestimmte Angebote, bessere Informationen und ein klareres Profil des Weserberglands als Reiseziel.
Fazit: Richtung stimmt, Arbeit beginnt jetzt
Das neue Tourismuskonzept ist ein wichtiger Schritt. Der Rückgang bei Betrieben und Übernachtungszahlen macht deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist. Mit dem beschlossenen Papier hat der Weserbergland Tourismus e.V. nun eine klare Grundlage. Ob die Strategie greift, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Arbeit daran hat begonnen.
