Bildung

HSW Hameln forscht an Solarthermie-Speicher für den Winter

Die Hochschule Weserbergland in Hameln verfolgt ein ambitioniertes Forschungsziel: Sonnenenergie aus den Sommermonaten soll langfristig gespeichert und im Winter zum Heizen genutzt werden. Damit rückt die private Hochschule an der Weser in ein Forschungsfeld vor, das für die Energiewende entscheidend ist.

Saisonale Wärmespeicherung als Kernthema

Das Grundproblem der Solarthermie ist bekannt: Im Sommer produzieren Solarkollektoren weit mehr Wärme, als benötigt wird. Im Winter fehlt genau diese Energie. Eine saisonale Speichertechnologie könnte diese Lücke schließen.

Die Hochschule Weserbergland greift dieses Problem mit einem eigenen Forschungsansatz auf. Ziel ist es, die überschüssige Sommerwärme technisch so zu konservieren, dass sie Monate später wieder abrufbar ist. Konkrete technische Details zum Verfahren hat die Hochschule bislang nicht vollständig veröffentlicht.

Solche Speichersysteme können auf verschiedenen Prinzipien beruhen. Gängige Ansätze in der Forschung sind Erdwärmespeicher, Aquiferspeicher oder thermochemische Verfahren. Welchen Weg die HSW einschlägt, wird sich im Forschungsverlauf zeigen.

Die Hochschule Weserbergland als Forschungsstandort

Die HSW wurde 2010 als Hochschule anerkannt. Ihre Wurzeln reichen bis 1989 zurück, als der Trägerverein Berufsakademie Weserbergland gegründet wurde. Den Studienbetrieb nahm die Einrichtung 1990 auf.

Heute bietet die Hochschule sieben Studiengänge an. Der jährliche Etat liegt bei rund 4,5 Millionen Euro, davon entfallen etwa 300.000 Euro auf Drittmittel. Das Verhältnis von Studierenden zu Professoren beträgt rund 34,8 zu eins.

Der Campus liegt direkt an der Weser, unweit der Hamelner Innenstadt. Die Hochschule versteht sich ausdrücklich als regionaler Partner für Unternehmen und Kommunen.

Transferzentrum zedita als Innovationsmotor

Im April 2025 eröffnete die HSW das Zentrum für digitale Transformation und neue Arbeit, kurz zedita. Es ist im Kaisersaal des Hamelner Bahnhofs untergebracht. Das Zentrum soll Forschung und Praxis enger zusammenbringen.

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Das zedita fungiert als Innovations- und Transferknotenpunkt für die gesamte Region. Kooperationen mit lokalen Unternehmen stehen dabei im Vordergrund. Ein Forschungsprojekt zur Wärmespeicherung passt in diesen Rahmen.

Die HSW positioniert sich damit als angewandte Forschungseinrichtung. Nicht Grundlagenforschung steht im Mittelpunkt, sondern praxisnahe Lösungen für regionale Herausforderungen.

Bedeutung für die Region Weserbergland

Das Weserbergland ist eine Region mit vielen älteren Gebäuden. Die Weserrenaissance prägte zwischen 1520 und 1640 die Architektur der Städte und Dörfer. Viele dieser historischen Bauten sind energetisch schwer zu sanieren.

Neue Heiztechnologien könnten gerade hier wichtig werden. Wer keine aufwendige Dämmung oder herkömmliche Wärmepumpe einbauen kann, braucht alternative Lösungen. Eine saisonale Wärmespeicherung könnte einen Teil dieser Lücke füllen.

Hameln, Holzminden, Bad Pyrmont und die umliegenden Landkreise stehen vor denselben Herausforderungen wie viele andere Mittelstädte in Deutschland. Der Anteil fossil beheizter Gebäude ist hoch. Der Umstieg auf erneuerbare Wärme verläuft langsam.

Forschung mit regionalem Nutzen

Wenn die HSW eine marktreife Speichertechnologie entwickelt, könnte das konkrete Auswirkungen auf Haushalte und Betriebe in der Region haben. Das ist der Anspruch angewandter Forschung an einer Hochschule dieser Größe.

Der nächste Schritt wird sein, Forschungspartner und Fördermittel zu sichern. Ohne externe Drittmittel sind solche Projekte für eine Hochschule mit einem Etat von 4,5 Millionen Euro kaum zu stemmen.

Fazit

Die Hochschule Weserbergland zeigt, dass auch eine kleine private Hochschule technische Forschung mit regionalem Bezug leisten kann. Das Projekt zur Solarthermie-Speicherung ist ein konkreter Beitrag zur Wärmewende. Ob die Technik zur Serienreife gelangt, hängt von Förderung, Partnern und dem Forschungserfolg ab. Die Region Hameln-Pyrmont hätte von einer Lösung jedenfalls unmittelbaren Nutzen.

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