Bildung

Hamelner Gymnasien verkürzen Unterricht wegen Extremhitze

Die Hitzewelle trifft Hameln mit voller Wucht. Das Thermometer soll in den kommenden Tagen auf bis zu 37 Grad klettern. Die drei Hamelner Gymnasien haben darauf reagiert und Hitzefrei angekündigt oder den Unterricht verkürzt.

Vikilu macht den Anfang

Das Viktoria-Luise-Gymnasium war eines der ersten in der Stadt, das konkrete Maßnahmen bekanntgab. Am Mittwoch und Donnerstag endet der Unterricht dort bereits nach der vierten Stunde. Damit folgt das sogenannte Vikilu dem Beispiel mehrerer Schulen in Niedersachsen, die angesichts der Prognosen frühzeitig handelten.

Auch das Albert-Einstein-Gymnasium, kurz AEG, hat Hitzefrei angekündigt. Es war nach vorliegenden Berichten das erste der drei Hamelner Gymnasien, das auf die steigenden Temperaturen reagierte. Das Schiller-Gymnasium hat ebenfalls Regelungen für die heißen Tage getroffen.

Jede Schule entscheidet selbst

In Niedersachsen gibt es keine zentrale Regelung für Hitzefrei. Jede Schule entscheidet eigenständig, ob und wie sie den Unterricht anpasst. Die Schulleitung prüft dabei die konkreten Bedingungen vor Ort. Raumtemperaturen, Ausweichmöglichkeiten und die Altersstruktur der Schülerinnen und Schüler spielen eine Rolle.

Das bedeutet: Zwei Schulen in derselben Stadt können unterschiedlich reagieren. Während eine Schule den Unterricht nach der vierten Stunde beendet, kann eine andere den regulären Stundenplan beibehalten oder auf andere Lösungen setzen.

Hitze als wachsende Herausforderung für Schulen

Die Situation in Hameln steht stellvertretend für ein landesweites Problem. Viele Schulgebäude in Niedersachsen sind nicht auf extreme Sommerhitze ausgelegt. Klimaanlagen sind selten. Große Fenster und alte Bausubstanz heizen die Klassenräume schnell auf.

In solchen Räumen ist konzentriertes Lernen kaum möglich. Temperaturen über 30 Grad beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften erheblich. Viele Schulen setzen daher auf frühe Unterrichtsschlüsse, um die heißesten Stunden des Tages zu meiden.

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Grundschulen folgen anderen Regeln

Während Gymnasiasten bei Hitzefrei einfach nach Hause gehen können, ist die Lage an Grundschulen komplizierter. Jüngere Kinder dürfen nicht einfach allein entlassen werden. Schulen mit Ganztagsbetrieb müssen eine Notbetreuung sicherstellen. Das erfordert zusätzlichen organisatorischen Aufwand.

Eltern sollten deshalb frühzeitig informiert werden, wenn ihre Schule Hitzemaßnahmen plant. Die Kommunikation läuft meist über schuleigene Apps, Aushänge oder direkte Mitteilungen an die Eltern.

Prognose für die kommenden Tage

Für Hameln werden in dieser Woche Temperaturen von 33, 34 und bis zu 37 Grad vorhergesagt. Die Hitzewelle dürfte damit mehrere Schultage in Folge betreffen. Ob und wie lange die Gymnasien ihre Maßnahmen aufrechterhalten, hängt vom weiteren Temperaturverlauf ab.

Eltern und Schülerinnen und Schüler sollten die Ankündigungen ihrer Schule täglich verfolgen. Die Lage kann sich kurzfristig ändern.

Fazit

Hameln zeigt, wie Schulen pragmatisch auf extreme Hitze reagieren. Das Viktoria-Luise-Gymnasium und das Albert-Einstein-Gymnasium haben konkrete Maßnahmen ergriffen. Das Schiller-Gymnasium zieht mit. Die Entscheidungen liegen bei den Schulleitungen vor Ort. Eine einheitliche landesweite Regelung für solche Situationen gibt es in Niedersachsen nicht. Angesichts häufiger werdender Hitzephasen im Sommer könnte das eine Lücke sein, die die Schulpolitik künftig schließen muss.

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