Verkehr

Spatenstich in Hameln: Öffis bauen Ladenetz für E-Busse

Auf dem Betriebshof in Hameln hat der Nahverkehrsanbieter Öffis den Startschuss für ein wichtiges Bauprojekt gegeben. Mit einem symbolischen Spatenstich begann der Bau der Ladeinfrastruktur für Elektrobusse. Der Landkreis Hameln-Pyrmont bereitet sich damit auf einen grundlegenden Wechsel im öffentlichen Nahverkehr vor.

Vier E-Busse kommen noch in diesem Jahr

Die Pläne sind konkret. Vier Elektrobusse sollen in der Kalenderwoche 47 geliefert werden. Damit rückt der Einstieg in den elektrischen Linienbetrieb näher. Voraussetzung ist, dass die technischen Anlagen auf dem Betriebshof rechtzeitig fertiggestellt werden.

Derzeit laufen die vorbereitenden Arbeiten für die Installation der eigentlichen Ladeanlage. Erst wenn der Netzanschluss steht, kann auf dem Gelände elektrisch geladen werden. Das ist der entscheidende erste Schritt.

Betriebshof als zentraler Ausgangspunkt

Die Ladeinfrastruktur entsteht direkt auf dem Hamelner Betriebshof. Dort sollen die Busse über Nacht geladen werden. Dieses sogenannte Depotladen ist bei Elektrobusflotten das gängigste Modell. Die Fahrzeuge kehren nach ihren Touren in den Betriebshof zurück und werden dort ans Netz angeschlossen.

Der Vorteil: Die Ladezeiten lassen sich gut in den Fahrbetrieb integrieren. Zusätzliche Ladestopps auf der Strecke entfallen in der Grundplanung. Das vereinfacht den täglichen Betrieb erheblich.

Elektromobilität im Regionalbus: Kein einfaches Unterfangen

Der Umstieg auf E-Busse stellt Verkehrsbetriebe vor besondere Herausforderungen. Das gilt vor allem in ländlichen Regionen. Lange Linienwege und begrenzte Netzkapazitäten erschweren die Planung. Andere Regionen haben gezeigt, wie sich diese Probleme lösen lassen.

In Nordrhein-Westfalen hat die KVG Lippe gemeinsam mit Westfalen Weser eine Anlage mit zwölf Ladepunkten und einer Gesamtleistung von bis zu 1.350 Kilowatt errichtet. Das System erlaubt ein flexibles Laden mehrerer Busse gleichzeitig. Solche Projekte liefern Blaupausen für Betriebe wie die Öffis in Hameln.

Lesen  ICE-Trasse durch Schaumburg: Zwei Varianten, viele Betroffene

Fördergelder als Grundlage

Bundesweit werden E-Bus-Projekte durch Förderprogramme unterstützt. Auch in Niedersachsen gibt es entsprechende Mittel. Das Land fördert die Beschaffung von Elektrobussen und den Aufbau von Ladeinfrastruktur. Wie hoch die Förderung im Hamelner Projekt ausfällt, wurde bislang nicht öffentlich beziffert.

Klar ist: Ohne Fördermittel wären solche Investitionen für viele Landkreise kaum zu stemmen. Anschaffung, Infrastruktur und Betrieb zusammen ergeben hohe Summen. Förderprogramme von Bund und Land helfen, diese Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen.

Hameln-Pyrmont im Vergleich

Andere Landkreise sind beim Thema E-Bus bereits weiter. Im bayerischen Neumarkt fahren seit März vier vollelektrische Busse im Linienbetrieb. In Hoyerswerda wurde kürzlich ein komplettes System aus Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Werkstatt in Betrieb genommen. Im Landkreis Dahme-Spreewald sind 16 Elektrobusse vom Hersteller BYD im Einsatz.

Hameln-Pyrmont gehört damit zur Gruppe der Nachzügler. Der Spatenstich zeigt aber: Der Einstieg kommt. Und er kommt mit einem klaren Zeitplan.

Fazit: Erster Schritt ist getan

Der Baubeginn auf dem Betriebshof in Hameln ist ein konkretes Signal. Die Öffis schaffen jetzt die Voraussetzungen für den elektrischen Busbetrieb im Landkreis. Vier Fahrzeuge stehen bereit. Die Infrastruktur folgt. Ob der Zeitplan hält, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Entscheidend bleibt die Fertigstellung des Netzanschlusses. Erst dann rollen die ersten E-Busse im Landkreis Hameln-Pyrmont.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"