Wirtschaft

Stadtwerke Hameln investieren 7,4 Mio. Euro in Stromspeicher

Die Stadtwerke Hameln Weserbergland setzen auf Stromspeicher. Auf ihrem Betriebsgelände an der Hafenstraße in Hameln soll ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 10 Megawatt entstehen. Die Kosten belaufen sich auf 7,4 Millionen Euro. Stadtwerke-Geschäftsführerin Susanne Treptow bestätigte das Vorhaben.

Speicher soll Schwankungen im Netz ausgleichen

Solarparks und Windkraftanlagen liefern Strom, aber nicht gleichmäßig. Scheint die Sonne stark oder weht der Wind kräftig, fließt mehr Energie ins Netz, als gerade verbraucht wird. Fehlt beides, sinkt die Einspeisung schnell. Genau hier setzt der geplante Batteriespeicher an. Er nimmt überschüssigen Strom auf und gibt ihn bei Bedarf wieder ab. Das stabilisiert das lokale Stromnetz.

Stadtwerke-Geschäftsführerin Susanne Treptow erklärte, mit dem Speicher könnten die großen Unterschiede bei der Stromeinspeisung ausgeglichen werden. Das ist technisch anspruchsvoll: Moderne Batteriespeicher reagieren binnen weniger Millisekunden. Sie nehmen Energie auf oder geben sie ins Netz ab, je nachdem, was das System gerade braucht.

Betriebsgelände an der Hafenstraße als Standort

Das Betriebsgelände der Stadtwerke an der Hafenstraße in Hameln ist der geplante Standort. Dort verfügen die Stadtwerke bereits über die nötige Infrastruktur für den Netzbetrieb. Ein direkter Anschluss ans Stromnetz ist dort vorhanden. Das vereinfacht den Bau und spart zusätzliche Leitungskosten.

Einen genauen Baubeginn nannten die Stadtwerke bislang nicht. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2027 geplant. Damit reiht sich das Hamelner Projekt in eine Reihe ähnlicher Vorhaben in der Region ein.

Gleich mehrere Speicherprojekte im Weserbergland

Die Stadtwerke stehen nicht allein. Im Weserbergland entstehen derzeit mehrere Batteriespeicherprojekte. Das bekannteste liegt in Emmerthal, in unmittelbarer Nachbarschaft des stillgelegten Atomkraftwerks Grohnde. Dort sollen auf rund 30 Hektar containergroße Batteriespeicher gebaut werden. Ihre geplante Leistung soll die des früheren AKW übertreffen.

Lesen  Effizientes Zeitmanagement mit Zeitblöcke-Technik

Treibende Kraft hinter dem Projekt in Emmerthal ist Jens Michael Wegmann. Der gebürtige Hamelner war früher an der Spitze großer internationaler Konzerne tätig. Für das Projekt stehen bis zu 16 Hektar Fläche zur Verfügung. Die Inbetriebnahme ist dort für Oktober 2027 geplant.

Photovoltaik auf dem Weserbergland-Zentrum

Auch in der Hamelner Innenstadt tut sich etwas. Auf dem Dach des Weserbergland-Zentrums am Rathausplatz wird derzeit eine Photovoltaikanlage errichtet. Die Maßnahme ist Teil des städtischen Klimaschutzprogramms. Strom vom Dach eines Einkaufszentrums mitten in der Stadt: Das ist ein weiterer Baustein der lokalen Energiewende.

Millionenmarkt Batteriespeicher wächst bundesweit

Das Hamelner Projekt ist klein im bundesweiten Vergleich, aber kein Einzelfall. RWE baut am Standort des ehemaligen Steinkohlekraftwerks Westfalen in Hamm drei Batteriespeicher mit zusammen 600 Megawatt Leistung. Das ist die sechzigfache Kapazität des Hamelner Vorhabens. In Schleswig-Holstein entsteht in Horstedt ein Speicher, der 2027 ans Netz gehen soll. Er könnte theoretisch 500.000 Haushalte für zwei Stunden mit Strom versorgen.

Für die Stadtwerke Hameln Weserbergland ist der Schritt dennoch bedeutsam. 7,4 Millionen Euro sind eine erhebliche Investition für ein kommunales Unternehmen. Das Projekt zeigt, dass die Energiewende auch auf regionaler Ebene konkrete Formen annimmt.

Fazit: Hameln rüstet sich für die Energiewende

Mit dem geplanten Batteriespeicher an der Hafenstraße macht Hameln einen konkreten Schritt in Richtung flexible Stromversorgung. Das Projekt der Stadtwerke ergänzt größere Vorhaben in der Region, etwa in Emmerthal. Ob der Zeitplan bis 2027 hält, wird sich zeigen. Die Weichen sind gestellt.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"