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1.555 Große Mausohren: Schloss Hehlen als Fledermaus-Hochburg

1.555 Große Mausohren auf einmal: Das Wasserschloss Hehlen im Landkreis Holzminden beherbergt eine ungewöhnlich große Fledermauskolonie. Ehrenamtliche des NABU Holzminden und Mitarbeitende der Ökologischen NABU-Station Oberes Wesertal führten eine Ausflugszählung durch.

Zählung im Innenhof des Renaissanceschlosses

Jeden Abend verlassen die Tiere ihren Schlafplatz auf dem Schlossdachboden. Die Beobachter postierten sich im Innenhof und verfolgten den Ausflug der Kolonie, wobei sie jeden einzelnen Abflug zählten.

Die Große Mausohr ist die größte heimische Fledermausart und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 45 Zentimetern. Kolonien dieser Größenordnung sind in Niedersachsen selten.

Das Schloss liegt direkt an der Weser und ist von einem Wassergraben umgeben. Der quadratische Innenhof mit seinem Vierflügelbau und zwei achteckigen Treppentürmen bot den Zählern eine gute Sicht auf die ausfliegenden Tiere.

Ideale Bedingungen unter alten Dächern

Warum der Dachboden so attraktiv ist

Große Mausohren brauchen für ihre Wochenstubenquartiere warme, geräumige Dachböden. Historische Gebäude wie Schloss Hehlen erfüllen diese Anforderungen oft besser als moderne Neubauten. Alte Holzkonstruktionen speichern Wärme und haben zahlreiche Spalten und Nischen.

Schloss Hehlen gilt als eines der frühesten Bauwerke im Stil der Weserrenaissance und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Solche alten Strukturen sind für viele Tierarten wertvolle Rückzugsorte.

Zur Jagd nutzen die Tiere die nahe Weseraue. Große Mausohren jagen bevorzugt bodennah in Wäldern und auf Wiesen. Die Flusslandschaft rund um Hehlen bietet dafür gute Voraussetzungen.

NABU dokumentiert den Bestand

Die Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal betreut das Quartier fachlich. Regelmäßige Zählungen dokumentieren die Bestandsentwicklung der Kolonie. Solche Langzeitdaten sind für den Schutz der Art unverzichtbar.

Fledermäuse stehen in Deutschland unter strengem gesetzlichen Schutz, Eingriffe in ihre Quartiere sind verboten. Der NABU koordiniert den Schutz solcher Kolonien gemeinsam mit Eigentümern und Behörden.

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Schloss mit wechselvoller Geschichte

Bis 1956 befand sich das Wasserschloss Hehlen im Besitz der Familie von Schulenburg. Seit 1958 gehört es der Inhaberfamilie des Unternehmens Machwitz Kaffee aus Hannover.

Das Schloss ist kein Museum, sondern ein bewohntes Anwesen. Dachböden bewohnter Gebäude bleiben oft über Jahrzehnte als Quartier erhalten, was die langfristige Nutzung für Tiere wie die Große Mausohr begünstigt.

Die St.-Annen-Kirche im Ort stammt aus dem 12. Jahrhundert. Schloss und Kirche prägen das Ortsbild bis heute.

Ein Naturschatz im Weserbergland

1.555 Große Mausohren in einer einzigen Kolonie sind ein beachtlicher Befund. Das Wasserschloss Hehlen ist historisches Kulturdenkmal und zugleich Lebensraum einer geschützten Tierart. Mit seinen Zählungen liefert der NABU Holzminden Daten, die helfen, Schutzmaßnahmen gezielt zu planen und den Bestand langfristig zu sichern.

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