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Ein inklusives Konzept gefordert

Kreistags-Mehrheitsgruppe sieht Nachbesserungsbedarf bei Campus-Idee in Hameln

Mittwoch 15. Juli 2020 - Hameln (wbn). In den vergangenen drei Wochen führten die Pläne zum Abriss der bestehenden Mensa auf dem Linsingen-Kasernen-Gelände in Hameln und einem Neubau der Heinrich-Kielhorn-Schule zu Diskussionen in der Öffentlichkeit und der Politik.

Noch vor einigen Wochen sah sich der Steuerzahlerbund sogar zur These der „Steuerverschwendung“ mit Blick auf den geplanten Abriss der für mehr als 1.000-Soldaten konzipierten Großküche auf dem Linsingen-Kasernen-Gelände gezwungen. „Bevor wir ein noch nicht einmal 20 Jahre altes Gebäude abreißen lassen, wollen wir schon genau wissen, ob das wirtschaftlich und sinnvoll ist. Wir haben uns die Entscheidungen deshalb nicht leicht gemacht und sehr kontrovers diskutiert“, so Michael Ebbecke von den Grünen im Kreistag Hameln-Pyrmont.

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„Zwar konnte sowohl die Verwaltung als auch die Schulleitung deutlich machen, warum die derzeitige Mensa ungeeignet ist und nur mit einem großen finanziellen Aufwand hergerichtet werden könnte, aber die Defizite auf dem geplanten Campus wurden dadurch noch einmal sehr deutlich“, erklärt Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Ebbecke. Denn bislang fehlt es an einem Ort der Begegnung für die unterschiedlichen geplanten Institutionen. Aus diesem Grund brachte die Mehrheitsgruppe aus SPD / Bündnis90 /Die Grünen / Die Linke und Helmuth Mönkeberg einen Änderungsantrag zum Mensa-Abriss ein. Zwar könne die alte Mensa mit erheblichen finanziellen Aufwendungen zu eben jenem zentralen Ort auf dem Gelände hergerichtet werden, würde dabei aber den geplanten Schulbauten im Wege stehen. Daher solle nun im Zuge der weiteren Planungen gemeinsam mit der Stadt Hameln und weiteren potenziellen Partnern ein Konzept für einen Begegnungsort erstellt werden. Mittlerweile wird klarer, was sich alles auf dem neuen Campus-Gelände befinden wird. Aber es fehlt an einer Idee, was später den Campus zu einem Campus machen soll. Gewollt ist nicht nur eine Anhäufung von verschiedenen Institutionen, sondern ein echter gemeinschaftlich genutzter Campus.

„Obwohl der Politik erst vor weniger als drei Wochen die Ergebnisse der Kostenschätzungen vorgelegt wurden, hat die Mehrheitsgruppe ausführliche Debatte geführt. Wir schulden dem Bürger eine wohldurchdachte und der Elisabeth-Selbert-Schule eine schnelle Entscheidung. Bis zuletzt haben wir noch neue Erkenntnisse aus einem von uns gestellten umfangreichen Fragenkatalog gezogen und konnten daher heute im Kreisausschuss den Vorlagen folgen.“, erläutert Peter Kurbjuweit.

Auch beim Neubau der Heinrich-Kielhorn-Schule fordert die Mehrheitsgruppe noch eine konkfretere Zukunftsperspektive. Unbestritten benötigt die Heinrich-Kielhorn-Schule ein neues Schulgebäude, auch um die unbefriedigende Situation der Verteilung auf mehrere Orte zu beenden. Dabei muss aber das Ziel die Umsetzung der inklusiven Beschulung und der UN-Behindertenrechtskonvention sein. Noch immer gibt es kaum beziehungsweise keine inklusiven Beschulungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler des Förderschwerpunkts geistige Entwicklung. „Das bauliche Aneinanderfügen zweier grundverschiedener Schulen und Alters-Kohorten ist keine Inklusion. Es bedarf einer langfristigen Veränderung der Schule. Wir sollten die jetzige Situation nutzen und eine flexible Schule mit der Möglichkeit der Öffnung für alle Kinder schaffen. Dafür haben die Schulleitungen erste Überlegungen angestellt“, so Helmuth Mönkeberg.

Beide Ergänzungen stehen dabei dem weiteren Verfahren nicht im Wege. „Für uns war von Anfang an klar: Jeder Beschluss bezüglich der Mensa und der Heinrich-Kielhorn-Schule kann und darf der schnellstmöglichen Umsetzung der Zentralisierung der Elisabeth-Selbert-Schule nicht entgegenstehen. Auch aus diesem Grund stimmt die Mehrheitsgruppe den Verwaltungsvorlagen zu“, so SPD-Fraktionschef Grosch in einer zusammenfassenden Erklärung.

 

 

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