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Das letzte Gefecht der Betriebsräte an der Möbelfront

Ein weiterer Genickschlag für den Standort Bad Münder: Der Möbeldesigner Haworth verlagert seine Produktion ins Ausland

Von Ralph L o r e n z

Donnerstag 14. Oktober 2021 - Bad Münder (wbn). Der „Schaffung eines besseren Arbeitsumfeldes“ hat sich der amerikanische Büromöbelhersteller Haworth in seinen Werbebotschaften verschrieben. Und meint seine designorientierte Bürolandschaft. Doch im Werk Bad Münder sieht es gar nicht so gut aus, was das Arbeitsumfeld betrifft.

Da sind die Arbeitsplätze akut in Gefahr. Bürgermeister Hartmut Büttner und die örtliche Gewerkschaft sind aufgeschreckt von der Ankündigung des Unternehmens bis Mitte kommenden Jahres etwa 170 der 270 Arbeitsplätze im Weserbergland abzubauen. Etwa 600 Menschen sind mit Blick auf die Familienangehörigen von der Maßnahme betroffen.

 

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Die Produktion soll nach Polen, aber auch an Haworth-Fertigungsstandorte in Frankreich und Portugal, verlagert werden. Der Betriebsrat sucht jetzt auch Unterstützung aus der Landespolitik, hat Niedersachsens Ministerpräsident Weil angesprochen.

Der Möbelkonzern aus dem amerikanischen Mittleren Westen, vom Michigansee, hatte vor Wochen angekündigt die Produktion in Bad Münder ins europäische Ausland zu verlagern und begründet dies auch mit hohen Verlusten am Standort in Bad Münder.  Das sorgt im Betriebsrat für Verstimmung weil in den Corona-Monaten mal eben noch ordentlich Kurzarbeitergeld eingestrichen worden ist.

Die IG Metall sieht mit dem Abbau der Arbeitsplätze eine ganze Region in Gefahr gebracht. Das Weserbergland war einmal ein erstklassiger Standort der Möbelindustrie und der Büromöbeldesigner. Auch wegen seiner Fachkräfte vor Ort.

Grotesk: Gerade die Zeit der Pandemie hat zu einer Umwälzung im Bürobereich gesorgt, die in ihrer Tragweite offenbar noch garnicht erkannt worden ist. Flexiblere Organisation der Arbeit, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Telearbeit. Der Trend zum "Homeoffice" hat einen neuen Bedarf an Büromöbeln bewirkt, der sich in die heimische Wohnsituation einordnet: Aus einem Großraumbüro sind viele kleine und individuelle "Homeoffice"-Lösungen geworden, was gerade für den Bürostuhl-Spezialisten Haworth eine neue Herausforderung wäre.

Und das Großraumbüro selbst wird sich auch wandeln. Es wird zum Treffpunkt der "Büronomaden" werden, die eine neue Mobilität nutzen und sich einmal in der Woche in der "Höhle" ihres Auftraggebers einfinden - dem veränderten Großraumbüro mit mobilen Schreibtischlösungen für eine improvisierte, dem Moment angepasste Arbeitssituation. Das Büro von Morgen ist der Mobilität unterworfen.

 

 

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