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Der Kommentar

Wie "Rocketman" Elton John Wladimir Wladimirowitsch Putin schnell entlarvt hat

Von Ralph L o r e n z

Jetzt hat Putin die Hosen runtergelassen. Der Diktator in Moskau verfolgt ganz offen homosexuelle und lesbische Menschen. Und die ganze LGTBQ+-Szene.

Alles was nicht schnell genug auf die Bäume flüchten kann. Die Polizei hat in Moskau Clubs und Bars durchsucht. In Russland hat das Oberste Gericht die LGBTQ+-Bewegung als "extremistisch" eingestuft und verboten. Was der Personenkreis als extremistisch erscheinen lässt, bleibt dabei Putins Geheimnis. Wie war das nochmal? Auf dem G20-Gipfel im Jahre 2019 im japanischen Osaka – damals war Putin dort noch eingeladen und gern gesehen – spielte der Kreml-Despot noch den toleranten, warmherzigen Menschenversteher. Gegenüber Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) sei Russland „absolut ruhig und unvoreingenommen".

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Er reagierte damals auf den Vorwurf des Weltstars Elton John Russland verbreite eine homophobe Haltung. Belegt mit der russischen Zensur an dem Film „Rocketman“. Rein zufällig waren alle homosexuellen Szenen herausgeschnitten worden. Und darauf war der bekennend schwule Elton John wie eine Rakete abgefahren. Zurecht, wie sich heute bestätigt.

Der Umgang mit der körperlichen Selbstbestimmung des Menschen ist immer der frühestmögliche Lackmustest gegenüber antidemokratischen und damit auch menschenfeindlichen Systemen. Kurz: Diktaturen.

Die Nazis haben in den 30er Jahren Menschen mit homosexuellen Neigungen verfolgt, in den Knast und von dort in die Vernichtungslager gesteckt. Die Kommunisten unter Stalin und den nachfolgenden Regimen ebenfalls. Soll niemand behaupten die Linke habe sich immer für die Anliegen der Andersdenkenden, Andersfühlenden in Europa und der Welt empathisch und grenzenlos eingesetzt.

Hitler, Stalin – und jetzt Putin – das ist eine verbrecherische Linie. Angeblich immer im Dienste der Volksgesundheit.

Und die alten russischen Mütterchen, die vor sich ultraorthodox in ihrer materiellen und geistigen Armut dahinfrömmeln, glauben das heute noch. Da wirkt Väterchen Putin, der sich mit nacktem muskelgestähltem Oberkörper auf einem rassigen Pferd im Galopp zeigt wie eine Lichtgestalt.

Ein Posterboy für Mütterchen Russland.

So reitet er in die sibirische Kälte und lässt jedermann, jederfrau, jederwas frösteln, der, die, das an die Freiheit des Geistes glaubt. Und den Fortschritt der Menschheit.

Angeblich ist alles, was sich dem künstlichen ideologisch geformten Menschenbild der Nazis, Stalinisten und nunmehr Putinisten entzieht wider die Natur.

Doch die Natur selbst ist es, die Putin herausfordert. Davor hat er Angst. Die Natur des Menschen. Begründet in den Genen und den Bausteinen der Menschlichkeit. Und deren Reichtum der Vielfalt.

Genauso wie seinerzeit Hitler, Stalin und die Menschenverächter in China fürchten alle Despoten und Populisten die Unbeugsamkeit der Gedanken. Der Variantenreichtum menschlichen Lebens und menschlicher Lebensentwürfe entzieht sich jedem ideologisch geprägten Glücksversprechen.

Das gilt auch für den Allmachtsanspruch der Religionen, eingeteilt in "Gläubige" und angeblich "Ungläubige".

Wer in der Vielfalt lebt, in sich hineinhört und aus seinen individuellen Anlagen schöpft, wer niemandem etwas antut, was er nicht auch sich zumuten würde, ist mit Gott.

Denn der Fisch in der Wolga fängt im Kopf an zu stinken, Wladimir Wladimirowitsch Putin!

 

 

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