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Wegen konkreter Terrorgefahr
Pistorius: Karnevalsumzug-Absage in Braunschweig war leider absolut notwendig

Montag 16. Februar 2015 - Osnabrück/Braunschweig (wbn). Die Absage des gestrigen Karnevalsumzuges in Braunschweig dürfte einigen hunderttausend Schaulustigen zumindest vorübergehend Freude am Karneval verdorben haben, doch nach Ansicht von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) war das der einzig richtige Schritt. Er bedauert die Absage der größten Karnevalsveranstaltung Norddeutschlands, betonte aber in einem Statement die Notwendigkeit der Maßnahme.

„Es tut mir leid für die vielen Familien mit Kindern und die Braunschweiger Karnevalisten, die sich auf einen Tag mit viel Spaß, Musik und einem tollen Gemeinschaftserlebnis gefreut haben - und enttäuscht nach Hause gehen mussten“. Die Absage sei der Polizei und der Stadt Braunschweig nicht leicht gefallen. Pistorius sprach von einem „massiven Schritt“.

 

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„Nach allen mir vorliegenden Informationen war diese Entscheidung der Verantwortlichen vor Ort, in Anbetracht der Gefährdungslage, aber leider absolut notwendig. Wenn es konkrete Hinweise darauf gibt, dass Menschen gefährdet sein könnten, muss die Sicherheit dieser Menschen Vorrang haben.“

Die Absage zeige aber, dass die Sicherheitsbehörden wachsam und auf der Höhe sind. Die Behörden würden alles für die Sicherheit der Menschen in Niedersachsen tun.

„Es macht mich tief betroffen, dass die von mir bereits mehrfach geäußerte Einschätzung, dass sich die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus jederzeit konkretisieren kann, heute eingetroffen ist. Ein positives Großereignis sollte offenbar Ziel verblendeter Terroristen werden. Im selben Moment stehe ich heute mehr denn je an der Seite unserer muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. An der Seite der überwältigenden Mehrheit friedliebender Frauen und Männer hier in der Mitte unserer Gesellschaft. Mehr denn je müssen wir zusammenstehen und gegen diejenigen vorgehen, die unser friedliches Zusammenleben nicht ertragen und es bekämpfen.“

Den Vorsitzenden des Ausschusses für Inneres und Sport, Johann-Heinrich Ahlers, und den Vorsitzenden des Ausschusses für Fragen des Verfassungsschutzes, Marco Brunotte, habe er persönlich telefonisch kontaktiert und angeboten, dass die Ausschüsse bereits am Montagmorgen durch die Landesregierung über den aktuellen Sachstand informiert werden, sagte Pistorius.

Die übrigen Karnevalszüge in Deutschland sind offenbar nicht betroffen, sie finden am heutigen Rosenmontag alle wie geplant statt. Auch in Hessisch Oldendorf gab es gestern weder eine höhere Gefährdungslage noch besondere Vorkommnisse.

 

 



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