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Der Kommentar

Jan O., der mutmassliche Doppelmörder, sollte nach einer Brandstiftung wieder in den Knast. Warum durfte er noch frei herumspazieren?

Von Ralph L o r e n z

In den Beifall über die rasche Festnahme des mutmaßlichen Doppelmörders Jan O. mischt sich ein klammes Gefühl.

Welt online berichtet heute Abend, dass der 26-Jährige wegen des Verstoßes gegen seine Bewährungsauflage wieder ins Gefängnis gemusst hätte. Der Vorbestrafte kam im Zuge einer Bewährungsstrafe nach Bodenfelde und hat Anfang November eine fahrlässigen Brandstiftung in Uslar begangen. Die Verantwortlichen in der christlichen Therapieeinrichtung Neues Land schildern ihn gleichwohl als „motiviert“ und haben  keine Anhaltspunkte für eine tiefe Persönlichkeitsstörung gesehen. Nach dem Tod der beiden Kinder, nachdem sie so blutrünstig getötet wurden, soll der mutmaßliche Mörder brav in den Gottesdienst gegangen sein und „gebetet“ haben. War er so abgebrüht. War er so krank?

Was läuft hier schief? Der 26-Jährige sollte wieder ins Gefängnis, blieb aber andererseits auf freien Fuß! Weil er jetzt, da er den Knast vor Augen hatte, etwa weniger gefährlicher war? Nimmt sich die Justiz selbst nicht mehr ernst? Und: Nach mehr als 70 Delikten inklusive Brandstiftung, die viele Menschenleben hätte kosten können, kann ja nur noch Mord kommen!

In Delligsen musste der fünfjährige Julian einen qualvollen Tod erleiden, weil nicht aufgefallen war, dass der inzwischen geständige Täter  drei Jahre lang die Droge „Speed“ missbraucht hatte. Zuvor noch soll das Jugendamt in dem Haushalt nach dem Rechten gesehen haben. Wonach haben die eigentlich geguckt? Ob die Badewanne sauber war?

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Und die Polizei in Hildesheim sieht im Raum Alfeld keine Anzeichen für eine „Drogenszene“, was Insider der Suchtberatungsstellen wiederum zu ironischen Bemerkungen veranlasst, wie eine Recherche der Weserbergland-Nachrichten.de ergab. Im Fall des Jan O. wie in der Delligser Tragödie spielen Suchtkrankheiten eine Schlüsselrolle – und gravierende Fehleinschätzungen der Betreuer in Verbindung mit Inkonsequenz und Untätigkeit.

Drei Menschen mussten diese Fehler mit ihrem Leben bezahlen. Gewiss, einem unauffälligen Zeitgenossen kann niemand hinter die Stirn schauen. Doch die Auffälligkeiten dieser beiden menschlichen Zeitbomben inmitten eines geordneten ländlichen Milieus waren nicht mehr zu übersehen. Denn der Lebenslauf beider Täter weist eine Gewaltspirale auf, die frühzeitig angezeigt hat, dass beide Typen zur Sorte des gemeingefährlichen Mitmenschen zu zählen sind. Bis hin zur Veranlagung als Serientäter im Tötungsrausch. Die Strafakte des Jan O. umfasste bereits 70 Einträge, da war er gerade mal 23 Jahre alt.

Aber auch die Polizei muss sich Fragen gefallen lassen.

Hat sie die Mutter der 14-jährigen Nina wirklich ernst genug genommen als sie die Vermisstenanzeige aufgegeben hatte? Die Neigung erst einmal abzuwiegeln – "Die wird bei ihrer besten Freundin übernachten..." – ist bei einem bestimmten Alter groß. Die Polizei sagt, sie habe nach dem Mädchen gesucht. Aber mit welchem Nachdruck? Bei einer intensiveren Suche, auch unter massiver Einschaltung der Öffentlichkeit, wäre möglicherweise dem zweiten, dem 13-jährigen Jugendlichen das schreckliche Schicksal erspart geblieben, in die Hände dieser Bestie zu laufen. Doch das sind Spekulationen.

Es sind Vermutungen und Vorwürfe, die aber ein Leben lang schmerzen werden.

 

 



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