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Sie besaß Munition für eine Schusswaffe - Daniela Klette lebte unter falscher Identität

Von Zielfahndern aus Niedersachsen: RAF-Terroristin in Berlin aufgespürt und festgenommen

Dienstag 27. Februar 2024 - Hannover / Berlin (wbn). Spektakulärer Erfolg der niedersächsischen Zielfahnder bei ihren Ermittlungen gegen Mitglieder der linksextremen terroristischen Rote-Armee-Fraktion (RAF).

In Berlin haben sie die 65 Jahre alte Daniela Klette festgenommen. Sie hat dort unter falscher Identität gelebt, besaß Munition für eine Schusswaffe. Klette ist bereits einem Haftrichter in Verden vorgeführt worden. Wie aus Hannover bekannt geworden ist wurde noch eine zweite Person festgenommen. Ihe identität wird noch geklärt. Das Landeskriminalamt Niedersachsen betreibt seit 2015 die Zielfahndung gegen die Personen Ernst-Volker Staub, Daniela Marie Luise Klette und Burkhard Garweg wegen versuchten Mordes und diverser (versuchter und vollendeter) schwerer Raubüberfälle im Zeitraum von 1999 bis 2016. Über Jahre wurden seitens der Polizei Niedersachsen erhebliche Ressourcen in die Ergreifung dieser Personen investiert, welche fortgesetzt schwerste Straftaten begangen haben. Daniela Klette lebte seit den 1990er Jahren im Untergrund.

André Bock, Sprecher der CDU im Niedersächsischen Landtag: „Endlich wurde ein Mitglied der 3. Generation der RAF gefasst. Dass die Festnahme mitten in Berlin erfolgt, zeigt deutlich, dass diese Terroristen über ein gutes Netzwerk in Deutschland verfügen. Das muss uns zu denken geben. Wir dürfen den Linksextremismus nicht verharmlosen.“

(Zum Bild: Mit diesem Foto war Daniela Klette vom Bundeskriminalamt gesucht worden. Foto: BKA)

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Wegen mehrerer „Raubtaten“ wurde von dem Haftrichter gegen Klette Untersuchungshaft angeordnet. Nachfolgend der Bericht des Landeskriminalamtes Niedersachsen: „Zielfahnder des LKA Niedersachsen haben gestern (26.02.2024), am späten Montagnachmittag, das mutmaßliche Mitglied der Roten-Armee-Fraktion (RAF), Daniela Klette, in einem Gebäude in Berlin widerstandslos festgenommen. Die 65-Jährige lebte dort unter falscher Identität. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Ermittler unter anderem Magazine einer Waffe und Patronen.

"Dies ist ein bedeutender Erfolg für die gemeinsame Ermittlungsarbeit von Staatsanwaltschaft Verden und LKA Niedersachsen. Es ist den Fahnderinnen und Fahndern des LKA gelungen, jahrelang die vielen Hinweise zu filtern, zu bewerten und immer wieder in polizeiliche Maßnahmen umzusetzen. Diese Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt und wir sind froh, dass wir eine der Zielpersonen festnehmen konnten. Fest steht aber auch: Wir werden weiter fahnden", sagt LKA-Präsident Friedo de Vries.

Der Festnahme vorausgegangen war eine jahrelange akribische Ermittlungsarbeit unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Verden. Sie legt der Beschuldigten unter anderem mehrere Raubtaten und versuchten Mord zur Last, die sie mutmaßlich gemeinschaftlich mit den mutmaßlichen Mittätern Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg begangen haben soll. Nach den beiden Männern wird weiterhin gefahndet.

Gemeinsam mit dem LKA Niedersachsen muss die Staatsanwaltschaft Verden nun die Verdachtshypothesen überprüfen und zeitnah entscheiden, ob und in welchen Fällen Anklage zu erheben ist. Dazu muss insbesondere das umfangreiche Beweismaterial bewertet werden. Die Beschuldigte hat nun die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge zu schildern, sagt der Leiter der Staatsanwaltschaft Verden Clemens Eimterbäumer.

Die entscheidenden Informationen, die zur Festnahme führten, hatten sich aus Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Verden und des LKA Niedersachsen ergeben. Dabei handelte es sich nicht um Hinweise im Zusammenhang mit dem kürzlich ausgestrahlten Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY. Nach dem Fernsehaufruf (14.02.2024) dem rund 250 Hinweise eingegangen waren. Diese befinden sich weiterhin in der Auswertung, um auch den Aufenthaltsort der beiden Männer ausfindig zu machen.

Die Identität der Gesuchten als Daniela Klette wurde eindeutig bestätigt. Sie wurde von Spezialeinsatzkräften des LKA Niedersachsen nach Verden gebracht, wo sie einem Haftrichter vorgeführt wurde. Dieser ordnete Untersuchungshaft mehrer Raubtaten an.

Bei der erfolgten Durchsuchung der Wohnung in Berlin stellten die Beamten weiteres Beweismaterial sicher, darunter u. a. Magazine einer Pistole und Patronen. Diese werden derzeit ausgewertet. Die polizeilichen Maßnahmen in Berlin wurden vom Bundeskriminalamt und der Polizei Berlin unterstützt.“

 

 

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