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Barrierefreie Wege, Obstbaumwiesen und Dorfmärkte mit regionalen Erzeugnissen
Landwirtschaftsminister Christian Meyer gibt Dorferneuerungsprojekt „Weserdörfer“ frei – jetzt geht es an die Planung

Hannover (wbn). Dorf-Erneuerung im Weserbergland? Gut möglich, wenn es nach den Plänen des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums geht. Minister Christian Meyer (Grüne) hat heute eine Liste veröffentlicht, in der 15 Dorfregionen für eine mögliche Revitalisierung vorgesehen sind – darunter die Region „Weserdörfer“ im Weserbergland.

Im Kreis Hameln-Pyrmont könnten demnach von dem Vorhaben die „demographisch abgehängten“ Orte Großenwieden, Kleinenwieden, Rohden, Segelhorst und Welsede profitieren. Im Gespräch sind unter anderem die Umnutzung der alten Grundschule in Großenwieden, die Entwicklung und Gestaltung der Ortsmitten in Segelhorst und Rohden sowie die Einrichtung barrierefreier Wege in allen genannten Dörfern. Meyer: „Die Stärkung der ländlichen Räume ist Schwerpunkt der Landespolitik in Niedersachsen, und das Dorferneuerungsprogramm ist dafür ein wichtiger Baustein“.

 

 

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Mit dem Dorferneuerungsprojekt sei erstmals ein Schwerpunkt auf die Kooperation mehrerer Dörfer und ein besonderes Augenmerk auf neue Perspektiven in demographisch abgehängten Räumen gelegt worden, so der Landwirtschaftsminister. Wichtig sind demnach die Aspekte Klimaschutz, Innenentwicklung und Demographie. "Erfreulich ist, dass wir durch Niedersachsens Verhandlungserfolg bei der Agrarministerkonferenz über die Verteilung der Gelder für Landwirtschaft und ländlichen Raum die Mittel für die Dorferneuerung gegenüber der Vorgängerregierung sogar noch aufstocken können." – Vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU-Kommission ist geplant, in der kommenden Förderperiode mehr als 115 Millionen Euro aus EU-Geldern, davon 45 Millionen Umschichtungsmittel, für Dorferneuerungsmaßnahmen in Niedersachsen zu reservieren. Hinzu kommen weitere Ko-Finanzierungsmittel von Bund und Land.

Das Höfesterben in der Landwirtschaft, aber auch die demografischen Veränderungen, wirken sich unmittelbar auf die Dörfer aus, vor allem auch auf die Dorfkerne. Es drohe der schleichende Verlust der dorftypischen Vielfalt. Neu sind die Auswahlkriterien für das Förderprogramm, die auf Dorfregionen an Stelle von Einzeldörfern abstellen, um Synergien zu nutzen und die Mittel noch effizienter einsetzen zu können. "Mich freut besonders, dass drei der 15 ausgewählten neuen Projekte in Südniedersachsen liegen", sagt Meyer.

Gemeinden erstellen einen Plan für die Dorfentwicklung

Und so geht es konkret weiter: Jede Gemeinde erstellt nun einen Plan für das Dorfentwicklungsverfahren. Diese Planaufstellung nimmt in der Regel ein bis zwei Jahre in Anspruch. Nach Prüfung und Anerkennung stimmt das Amt für Landentwicklung den zeitlichen Rahmen, der für die Umsetzung der Maßnahmen erforderlich ist, mit der Kommune ab. Auf dieser Basis können dann die Förderanträge gestellt werden, die je nach Antragslage und zur Verfügung stehender Fördermittel bewilligt werden.

Aus diesem Grund sind zum jetzigen Zeitpunkt auch nähere Aussagen über konkrete Fördersummen für die 15 neuen Teilnehmer nicht möglich: Mit der Aufnahme in das Programm wurde die Grundsatzentscheidung getroffen, die Höhe der Fördermittel ergibt sich dann aus dem jeweiligen Dorfentwicklungsprozess und der Förderfähigkeit der jeweiligen Einzelprojekte in den kommenden Jahren.

Handlungsansätze im Weserbergland in der Übersicht

Die bereits schriftlich festgehaltenen „Handlungsansätze“ für die Region „Weserdörfer“ lauten im Einzelnen:

  • Umnutzung der alten Grundschule in Großenwieden
  • Entwicklung und Gestaltung der Ortsmitten in Segelhorst und Rohden
  • Anschluss des Ortes Rohden an die überörtlichen Wanderwege
  • Revitalisierung des „Rohder Baches“
  • thematische Rad- bzw. Fußwege/ Rundwanderwege
  • Begleitung der Umgehungsstraße Welsede
  • Anlegung eines Rastplatzes am Bootsanleger Kleinenwörden
  • barrierefreie Wege in allen Dörfern
  • touristische Aufwertung des Weserradweges und Weserberglandweges
  • Weiterentwicklung des interkommunalen Projektes Waldbad
  • Unterstützung bei der Einrichtung von Wohnmobilparkplätzen, Erhaltung, Umnutzung und ggf. Rückbau privater Bausubstanz
  • Gestaltung von „Fährmannsgarten“
  • Anlegung von Obstbaumwiesen
  • Dorfmärkte mit regionalen Erzeugnissen organisieren
  • Kiesabbauflächen touristisch nutzen

Die Maßnahmen sollen weiterhin zu einer Stabilisierung der Bevölkerungs- und Altersstruktur beitragen, Familien Angebote und Anreize bei der Ansiedlung geben sowie die Zusammenarbeit im soziokulturellen Bereich ausbauen und verbessern. Insbesondere die ehrenamtlich getragenen Netzwerke der beiden Kirchengemeinden im Gebiet  sollen unterstützt und ausgebaut werden. Flankierende Maßnahmen zur aktiven Gestaltung des anstehenden demographischen Wandels und der Daseinsvorsorge werden angestrebt.

Die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und einebarrierefreie Wegeführung, einhergehend mit einer Vernetzung von Rohden, Segelhorst und Welsede sollen hergestellt werden. Gestalterischen Verbesserungen in den Ortskernen und Maßnahmen für Umwelt und Natur sind angedacht.

Die vor Ort wirtschaftenden Landwirte und Betriebe sowie Unternehmensgründer sollen in ihrer Entwicklung gefördert werden.

 

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