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Analyse der DAK-Gesundheit

In Niedersachsen ist der Krankenstand wieder gestiegen

Freitag 5. August 2022 – Düsseldorf / Hannover (wbn). Im ersten Halbjahr 2022 haben sich Beschäftigte in Niedersachsen deutlich häufiger krankgemeldet als im Vorjahr: Der Krankenstand lag für Januar bis Juni bei 4,2 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte höher als im ersten Halbjahr 2021.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hatten wieder so viele Fehlzeiten wie im ersten Jahr der Pandemie. Mehr als jeder sechste Fehltag im Job (14,9 Prozent) ging auf eine Atemwegserkrankung zurück. Corona verursachte 56 Fehltage je 100 Versicherte, fast siebenmal so viele wie im Vorjahr.

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Das zeigt eine aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit. Die Krankenkasse hat alle Krankschreibungen des ersten Halbjahrs 2022 von mehr als 232.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Niedersachsen ausgewertet.

Auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte in Niedersachsen kamen im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 765 Fehltage, 78 Tage mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Grund für den Anstieg waren vor allem die vielen Atemwegserkrankungen. Die Anzahl der Fehltage wegen Husten und Schnupfen ging von 40 Tagen je 100 Versicherte im 1. Halbjahr 2021 auf rund 114 Tage hoch. Atemwegserkrankungen waren damit hinter psychischen Erkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen die dritthäufigste Ursache fürs Fehlen wegen Arbeitsunfähigkeit mit einem Anteil von 14,9 Prozent. Ausfälle wegen Corona legten ebenfalls auf nun 56 Fehltage je 100 Versicherte zu – nach etwas über 8 Fehltagen mit Corona-Bezug im ersten Halbjahr 2021.

Niedersachsen liegt bei Corona-Fehltagen deutlich unter dem Bundes-Schnitt

„Parallel zu der schrittweisen Lockerung der Corona-Einschränkungen im März 2022 konnte sich eine ausgeprägte Erkältungs- und Grippewelle entwickeln“, kommentiert Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Landesvertretung Niedersachsen, die Ergebnisse. Diese Erkältungswelle sei von einer hochansteckenden Omikron-Variante begleitet worden, die so viel Arbeitsausfall bewirkt habe wie keine Variante zuvor. „Die Firmen in Niedersachsen sind im Grunde noch glimpflich davongekommen. In vielen Bundesländern gab es von Januar bis Juni wesentlich mehr Corona-Fehltage als bei uns; in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel fast doppelt so viele.“ Bundesweit gab es im ersten Halbjahr 2022 je 100 Versicherte 64 Tage mit Corona-Bezug. „Noch deutlicher unter dem Bundesdurchschnitt als wir waren nur die Stadtstaaten Bremen und Hamburg, beide mit 41 Fehltagen je 100 Versicherte.“

Muskel-Skelett-Erkrankungen führen die Statistik an

Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen standen in Niedersachsen an erster Stelle der Fehltage-Statistik. Jeder fünfte Fehltag wurde damit begründet (19,3 Prozent). Danach folgten psychische Erkrankungen mit 15,1 Prozent. An dritter Stelle standen Atemwegserkrankungen. Insgesamt stieg der Krankenstand in Niedersachsen bei DAK-versicherten Erwerbstätigen im ersten Halbjahr auf 4,2 Prozent: Es waren an jedem Tag des Halbjahrs von 1.000 Beschäftigten 42 krankgeschrieben – nach 38 im ersten Halbjahr 2021. Mehr als ein Drittel hatte bis einschließlich Juni mindestens eine Krankschreibung. Zum Vergleich: 2021 musste sich bis zum Ende des ersten Halbjahrs nur etwas mehr als ein Viertel wenigstens einmal krankschreiben lassen.

Hoher Arbeitsausfall in den Kindertagesstätten

Nach Berufsgruppen betrachtet fehlten Beschäftigte in Erziehungsberufen wie etwa in Kitas besonders häufig mit einer Krankschreibung bei der Arbeit. Sie hatten im ersten Halbjahr 2022 im Durchschnitt 1029 Fehltage je 100 Versicherte. Eher wenig Arbeitsausfall gab es Finanzdienstleistungen und Rechnungswesen mit 545 Fehltagen je 100 Versicherte. In Verkaufsberufen lagen die Fehlzeiten mit 780 Fehltagen je 100 Versicherte auf einem durchschnittlichen Niveau.

 

 

 

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